Bio Weine und Weine aus biologischem Anbau

Links, rechts, vorne, hinten, überall Bio!

Bio-Produkte haben Konjunktur. Gerade in Deutschland kommt man selbst in Discountern nicht an einem großen Angebot an Produkten aus ökologischer Landwirtschaft vorbei.

Dieser Umstand verwundert auch nicht, da Deutschland mit Abstand das Land mit der größten Nachfrage an „Bio-Produkten“ ist. Mit rund 10 Prozent des Weltumsatzes nimmt es eine Spitzenposition ein. Der Import an Bio-Lebensmittel hat sich in den letzten 3 Jahren mehr als verdreifacht und wächst weiterhin.

Für diese „Bio-Produkte“ gibt es viele Namen: Ökologische Landwirtschaft, biologische Landwirtschaft, Ökolandbau oder biologisch-dynamischer Anbau. Beim Wein sieht es etwas differenzierter aus. Hier heißt es: Weine aus Trauben aus ökologischem Anbau?

Wieso bezieht sich diese Definition nur auf den Anbau der Trauben? Ganz einfach da es nur in einigen Verbänden auch klare Vorschriften für den Ausbau der Weine gibt.

Die EU-Verordnung definiert Bio nur mit folgenden Richtlinien: Verzicht auf chemisch, synthetische Spritzmittel, auf Unkrautvernichtungsmittel und Einsatz von organischem Dünger.

Natürlich ist man nicht sofort „Bio“, sondern es gibt auch eine sogenannte „Umstellungszeit“. Nachdem sich ein Betrieb 3 Jahre an die obigen Richtlinien gehalten hat darf er sich als „Bio-Betrieb“ bezeichnen, nach einem Jahr darf er nur auf „in Umstellung“ verweisen.

Doch was ist das EU-Biosiegel wirklich wert? Zahlreiche Skandale haben das Vertrauen in dieses Siegel bei aufgeklärten Verbrauchern ins Wanken gebracht. Aus Italien wurden z.B. letztes Jahr rund 700.000 Tonnen aus konventionellem Anbau als „Bio-Produkte“ auf den Markt gebracht.

Ich persönlich vertraue eher auf nationale oder internationale Verbände, welche gerade beim Wein auch den Ausbau reglementieren. In Deutschland sind EcoVin, Demeter, Bioland und Naturland meine Favoriten, wobei Demeter auch nahezu perfekt international organisiert ist.

Demeter ist für mich auch mit Abstand der vertrauenswürdigste Verband. Hier wird nach der anthroposophischen Lehre zertifiziert und streng kontrolliert. Dies geht zurück auf die Lehre von Rudolf Steiner (1861 – 1925). Hier spielt neben der Dynamisierung des Bodens auch die Verbindung zwischen Erde und Kosmos eine Rolle.

„Bio-Weine“ hatten in der Vergangenheit ein schlechtes Image, dies hat sich in den letzten Jahren aber zu Recht geändert. Heute arbeiten viele Betriebe nach diesen Richtlinien, ohne sich kontrollieren zu lassen, bzw. ohne sich einem Verband anzuschließen. Einige der teuersten Weine der Welt werden nach diesen Grundregeln produziert. Eines der populärsten Weingüter ist die Domaine Romanée-Conti.

Sind Bio-Weine jetzt wirklich besser als Weine aus konventionellem Anbau? Dies muss jeder für sich entscheiden, aber für die Umwelt sind sie sicherlich besser.