Semillon – Hauptbestandteil von Sauternes

Semillon ist eine Rebsorte, die selten reinsortig im Wein vorzufinden ist. Die Hauptrolle dieser Rebe ist eine Unterstützende in Kombination mit anderen weißen Trauben, wie beispielsweise dem Sauvignon blanc. Dabei spielt Semillon in trockenen, halbtrockenen und auch süßen Cuvees eine entscheidende Rolle. So bildet er das Rückgrat eleganter, trockener Pessac-Léognan, wie auch des berühmtesten Dessertweins der Welt, des Sauternes. Besonders in seinem Herkunftsland Frankreich wird Semillon fast ausschließlich mit anderen Rebsorten verschnitten. Allerdings gibt es, wenn auch nur recht selten, auch reinsortige Semillon-Weine, die hauptsächlich von australischen Winzern ausgebaut werden. Semillon ist eine eher anspruchslose Rebsorte, die wenig anfällig für Krankheiten ist, und regelmäßig angemessene Erträge liefert. Außerdem sind die goldenen Trauben für Edelfäule geradezu prädestiniert, da die Beerenhäute sehr dünn sind.

Ausgangspunkt Bordeaux:

Die ersten Dokumente, die die Bekanntheit der Semillon-Traube in Bordeaux bekunden, gehen zurück ins Jahr 1711. Bis heutzutage ist es dort und in anderen Gebieten des französischen Südwestens die mit Abstand häufigste Rebsorte. Etwa das doppelte der Fläche von Sauvignon blanc hat der Semillon in Bordeaux. Die Weine erreichen in diesen Gebieten einen recht vollen Charakter und einen hohen Alkoholgehalt, relativ niedrige Säureanteile und anfangs eher verhaltenen Aroma, wenn die Trauben vollreif geerntet werden. Damit weist sich der Semillon als Dreamteam-Partner für den Sauvignon blanc aus, der seinerseits einen leichten Wein mit frischer Säure und schon früh ausgeprägtem Aroma liefert. Die meisten Sauternes, welche unbestritten zu den besten Dessertweinen der Welt gehören, enthalten mindestens 80% Semillon.

Dessertwein Semillon golden

Sauternes, der hauptsächlich aus Semillon erzeugt wird, besitzt häufig einen wundervollen Goldton.

Anbauländer des Semillon in der ganzen Welt:

Frankreich, Australien, Chile, Neuseeland, Vereinigte Staaten, Südafrika

(Argentinien, Brasilien, Ungarn, Israel Italien, Kroatien, Rumänien, Russland, Slowakei, Spanien, Tschechien)

Typische Aromen:

Die Geschmacksnoten der Weine hängen natürlich auch sehr von den anderen enthaltenen Rebsorten ab. Aber die klassischen trockenen Semillon-Weine haben zitrusartige Anklänge, teilweise gepaart mit Melone oder Pfefferminz. In manchen australischen oder neuseeländischen Weinen findet man auch die grasigen und stachelbeerartigen Noten eines Sauvignon blanc. Nach einer Reifezeit um die fünf Jahre entwickelt der Rebensaft toastartige oder nussige Aromen, auch wenn sie nicht auf Holz ausgebaut werden. Die Süßweine aus Sauternes oder ähnliche mit hohen Semillon-Anteilen enthalten die fruchtigen Noten nach Honig, Pfirsich, Aprikose, Ananas, Mango.

Empfohlene Speisekombinationen:

Man kann keine allgemeine Speiseempfehlungen zu Semillon aussprechen, da die Weine, in denen diese Rebe enthalten ist, sehr unterschiedliche sind. Aber eher trockene Weine, die von Semillon beherrscht werden, passen unter anderem zu folgenden Gerichten:

Vorspeise: Gänseleberpastete

Fleisch: Kalb oder Schwein in einer Fruchtsauce oder einer süßen Rahmsauce; Huhn, Truthahn oder Ente ebenfalls mit fruchtigen, rahmhaltigen Saucen

Dessert: Obsplatte, frisches Obst, Rührkuchen, Pudding, Parfait

Meine Empfehlung aus Sauternes: 2005er Château La Garenne Sauternes AOC