Alkoholfreier Wein – Genießen ohne Grenzen

Alkoholfreier Wein – gibt es das überhaupt?

Jeder kennt das gute alte alkoholfreie Bier – Man schmeckt keinen Unterschied und hat trotzdem danach 0.0 Promille im Blut. Aber alkoholfreier Wein? Das kennt eigentlich niemand. Doch warum sollte es im edlen Rebensaft nicht genauso funktionieren die Volksdroge Alkohol zu verbannen?

Dieser Frage haben sich sogar schon die Römer in der Antike gestellt, denen durchaus bewusst war, dass Alkohol nicht gut für Körper und Geist ist. Damals sah das Verfahren einfach so aus, dass man den fertigen Wein so stark erhitzt hat, dass sich der Alkohol mit seiner Siedetemperatur von knapp 80° verdünnisiert hat. Das ist zwar eigentlich eine gute Idee, aber leider gehen dabei auch viele wichtige Aromastoffe verloren und man kann nicht mehr von einem vergleichbaren Geschmackserlebnis sprechen. Aber jetzt, gute 2000 Jahre später, sind die Winzer doch ein bisschen schlauer geworden und haben unterschiedliche Methoden entwickelt, um dem fertigen Wein seinen Alkoholgehalt zu entziehen. Denn eines ist Alkoholfreier Wein definitiv nicht: normaler Traubensaft. Das ist nur ein Gerücht.

alkoholfreier Wein gegen Rausch

Nie wieder betrunken vom geselligen Weinabend nach Hause torkeln – Alkoholfreier Wein macht’s möglich!

Wie wird alkoholfreier Wein hergestellt?

Da wären unterschiedliche Methoden mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen anzubieten:

1. Die Osmose kennt jeder aus dem Schulunterricht, und dieses einfache chemikalische Prinzip wird auch für die Gewinnung von alkoholfreiem Wein benutzt – nur umgekehrt. Bei der sogenannten Umkehrosmose werden Flüssigkeiten an einer semipermeablen, extrem feinporigen Membran voneinander getrennt, so eben auch die Moleküle des Alkohols. Der Haken ist: Da auf der anderen Seite der Membran ein destillierter „Hilfswein“ sein muss, kann dieser den Geschmack durchaus beeinflussen. Außerdem benötigt dieses Verfahren mehrere Stunden Zeit.

2. Als nächste kann man die Dünnschichtverdampfung aufzählen. Normalerweise wird diese eingesetzt, um die Konzentration von Fruchtsäften zu erhöhen. Aber hier liegt leider das gleiche Problem vor, wie bei den guten alten Knaben aus dem antiken Rom. Bei Temperaturen um die 80° verschwindet auch vieles ungebeten aus der Flüssigkeit, und das Hinzufügen von Traubensaft und Kohlensäure verbessert den Geschmackserhalt natürlich auch nicht unbedingt.

3. Es gab einmal einen sehr intelligenten Herrn ganz am Anfang des letzten Jahrhunderts – damals im Kaiserreich. Dieser Herr Dr. Carl Jung beschäftigte sich mit unserem Problem und hatte eine ziemlich geniale Idee. Vakuum! Das schöne an vakuumisierten Räumen ist, dass alle Siedetemperaturen unglaublich herabgesetzt werden. So verdampft der Alkohol hier schon bei knapp 27°, was sogar unter seiner Gärtemperatur liegt. Die Vorteile dabei sind, dass ein Großteil aller Aromastoffe bei dieser Temperatur im Vakuum erhalten bleiben. Und die wenigen Geschmacksstoffe, die sich verflüchtigen, können mit einem speziellen Verfahren wieder gewonnen und dem alkoholfreien Wein zugeführt werden. Außerdem kann dieser Vorgang sehr schnell von statten gehen.

Ein Wein, der mit der Vakuummethode entalkoholisiert wurde, hat danach einen ungefähren Alkoholgehalt von 0,2%vol – Sogar ein Roggenbrot hat da mit 0,3%vol mehr zu bieten.

Wird der Wein obendrein noch kaltsteril abgefüllt, ist jedes Risiko einer Wärmeschädigung ausgeschlossen, und der Wein schmeckt, wie ein Wein schmecken soll. Das kleine Schmankerl, das zusätzlich noch oben drauf kommt: Auch der Kaloriengehalt hat sich durch den Alkoholentzug um zwei Drittel verringert. Also ist nebenbei auch noch ein toller Diätwein entstanden. Aber dieser schmeckt trotz allem praktisch genauso wie sein Ausgangsprodukt.

Weiter Informationen zu alkoholfreiem Wein kann man auch auf diesem Weinblog finden, mit Empfehlungen, Verkostungen und vielem mehr.

Probieren Sie es doch einfach einmal selbst. Ich kann hier noch so viel schreiben. Überzeugt sind sie erst, wenn Sie selbst alkoholfreien Wein getestet haben.