Die italienischen Qualitätsabstufungen – Weinrecht

Jeder kennt diese Bezeichnungen auf den italienischen Weinflaschen DOC, DOCG, vdt und wie sie alle heißen. Viele nehmen das zwar wahr, aber was wirklich hinter diesen Abkürzungen steckt ist dem Ottonormalverbraucher von Wein nicht bewusst.

Bei diesen Abkürzungen handelt es sich um Qualitätsabstufungen anhand rechtlich vorgegebener Normen. So wie es in Deutschland von Tafelwein über Qualitätswein zur Spätlese geht, so sind solche Kategorisierungen auch in anderen europäischen Weinländern, wie Frankreich und Italien zu finden.

Mit diesem Artikel möchte ich einfach für alle interessierten ein wenig Licht ins Dunkel des gar nicht so komplizierten italienischen Weinrechts bringen. Daher hier eine aufsteigende Anordnung der italienischen Güteklassen.

Vergleichbar mit dem deutschen Tafelwein ist der „vino da tavola„, auch mit vdt abgekürzt. Dies ist die qualitativ niedrigste Stufe für italienischen Wein, unter die immernoch ca. 40% aller produzierten Weine fallen. Bis auf die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen müssen keine weiteren Standards eingehalten werden. Verschnitt verschiedener Sorten aus verschiedenen Gebieten ist möglich. Allerdings darf auch nicht mit Angaben über Rebsorte oder Region auf dem Etikett geworben werden.

Die nächste Stufe wird mit IGT abgekürzt. Das steht für „Indicazione Geografica Tipica“ und kann mit dem deutschen Landwein gleichgesetzt werden. Das bedeutet, dass der Wein eben einer bestimmten geographischen Region zugeordnet werden kann. Etwa 30% der Wein in Italien tragen diese Bezeichnung. Um diese Güteklasse tragen zu können, müssen bestimmte Anforderungen an den Zuckergehalt und die maximalen Hektarerträge eingehalten werden, die aber deutlich unter denen von DOC-Weinen liegen.

Qualitätsweine aus Italien werden mit DOC markiert. Das bedeutet so viel, wie „Denominazione di Origine Controllata„. Für dieses Prädikat muss der Winzer das jeweilige Regelwerk seiner DOC-Region erfüllen. Darin sind zulässige Rebsorte, Verschnittmöglichkeiten, Zuckergehalt und maximale Hektarerträge festgelegt. Teilweise werden auch bestimmte Kellertechniken vorgeschrieben, um die Qualität der DOC-Weine zu sichern. Anders als in Deutschland, wo fast alle Weine sich mit dem Merkmal eines Qualitätsweines schmücken dürfen, ist dieses Prädikat in Italien tatsächlich ein Herausstellungsmerkmal. Gerade einmal ein Viertel der in Italien produzierten Weine führt die Güteklasse DOC.

Die Spitze der italienischen Qualitätsabstufungen stellen die DOCG-Weine dar. Nur die absoluten Spitzenweine aus dem Mittelmeerland dürfen dieses Prädikat führen. Dazu gehören nur 5% der einheimischen Produktion. DOCG steht für „Denominazione di Origine Controllata e Garantita„. 1992 wurde beschlossen, dass die wirklichen guten Weine Italiens noch von den klassischen Qualitätsweinen abgehoben werden sollen. So hat man einfach ein „e Garantita“ an das DOC-Prädikat angehängt. Das bedeutet die Herstewller dieser Weine müssen sich auch noch Kontrollen unterziehen, damit der  Gesetzgeber die Einhaltung der Regeln garantieren kann.

Weine von Ruffino / Toskana – Il Leo Chianti Superiore DOCG

Ruffino il Leo Chianti Superiore

Ruffino il Leo Chianti Superiore

Ilario und Leopoldo hießen die beiden toskanischen Cousins, die Ruffino 1877 gegründet hatten. Über ein Jahrhundert später widmete das Weingut den beiden einen eigenen Wein. Im Jahr 2000 wurden die
besten Chianti-Trauben für „Il Leo“ (Kombination der Anfangsbuchstaben der Vornamen) ausgewählt. Il Leo ist ein Chianti Superiore DOCG Wein. Ruffino war unter den ersten Weingütern, die diese Appellation
wiederentdeckten. Diese Kategorie war seit Ende des 19. Jahrhunderts verwendet worden bis 1967 Chianti den DOC Status erhielt und die Bezeichnung „Superiore“ ablöste. 1996 wurde auf Verlangen der Chianti-Produzenten eine neue Superiore Appellation eingeführt, dieses Mal mit
Qualitätskriterien, um sie von der bestehenden Chianti-Kategorie abzugrenzen.
Chianti Superiore soll eine Brücke schlagen zwischen Chianti und Chianti Classico.
Chianti Superiore Weine müssen innerhalb der Chianti Region produziert werden und unter Einhaltung strenger Produktionsauflagen. Es müssen mindestens 70% Sangiovese-Trauben enthalten sein. Um die hohe Qualität sicherzustellen, darf der Ertrag pro Hektar maximal 7,5 Tonnen betragen. Nur bestimmte Rebsorten dürfen den Sangiovese im Blend ergänzen. Chianti Superiore Weine dürfen zudem nicht vor dem 1. September des Folgejahres nach der Ernte in den Verkauf gelangen. Ilario Ruffino Leopoldo Ruffino

REBSORTEN
75% Sangiovese und 25% andere roten Sorten (Cabernet Sauvignon, Merlot und Canaiolo)

VINIFIKATION
Auslese der besten Trauben, Fermentation in Stahltanks, Ausbau mindestens sieben Monate im Stahltank und mindestens drei Monate in der Flasche

NASE
Beindruckende florale Nase gefolgt von intensiven Fruchtaromen nach Wald- und Brombeeren. Elegante Anklänge an schwarzen Pfeffer.

GAUMEN
Mittlerer Körper, einladender Geschmack dominiert von Waldbeeren. Gut balancierte Struktur mit sanften Tanninen und leichter Säure. Langer Abgang mit Anklängen an Kirschen und Pflaumen.

Die Fakten :
• Il Leo bietet die Trinkbarkeit und den Preis eines Chianti verbunden mit der Komplexität eines Chianti Classico.
• Freundlicher, weicher und strukturierter Sangiovese – die perfekte Wahl für Konsumenten,die einen leicht trinkbaren Rotwein mit Tiefgang aus der Toskana suchen.
• Die perfekte Wahl für den glasweisen Ausschank in der Gastronomie und als „Einstiegs“ Wein der Chianti Region im Weinfachgeschäft.

„Il Leo wurde mit einer Absicht kreiert: Einen Wein zu haben, der die bemerkenswerte Auswahl an Ruffinos Chianti ergänzt und der die beiden Gründer des Weinguts würdig repräsentieren kann. Das war eine große Herausforderung, aber jetzt sind wir stolz
darauf, sie gemeistert zu haben.“ Luigi Folonari