Saale-Unstrut und Sachsen – die nördlichsten Weinbaugebiete Deutschlands

Das nördlichste Weinbaugebiet Europas findet man dort, wo die Unstrut in die Saale fließt. Es befindet sich ungefähr auf halber Strecke zwischen Weimar und Leipzig. Der Weinbau in dieser Gegend ist nicht etwa auf die Zeiten der Mauer zurückzuführen, um von westlichen Erzeugnissen unabhängig zu werden, sondern hat schon eine sehr lange Tradition. Mönche pflanzten dort schon im 10. Jahrhundert Weinstöcke an. Das sehr ähnliche Weinbaugebiet Sachsen rund um Dresden und Meißen ist dagegen erst im 12. Jahrhundert entstanden. Damals bemerkten Handwerker, dass man mit der Produktion von Wein sehr viel Geld machen kann, und deshalb fingen sie an Weinbau zu betreiben.Vor allem im Mikroklima der Süd- und Westhänge in den Flusstälern gedeihen gute Weine in den Regionen Saale-Unstrut und Sachsen. Denn dort fallen die Klimaschwankungen, die auf den Breitengrad zurückzuführen sind, noch recht moderat aus. Somit können die Trauben überhaupt eine wirkliche Reife erlangen. Es werden hauptsächlich weiße Rebsorten angebaut.

Sachsen Wein

Wichtigste Rebsorten:

Müller-Thurgau, Pinot blanc, Traminer, Silvaner, Riesling

Die bekanntesten Weingüter:

Deckert, Freyburg / Landesweingut Kloster Pforta, Bad Kösen / Lehmann, Diesbar / Lützkendorf, Bad Kösen / Schloss Proschwitz, Meißen / Schloss Wackerbarth, Radebeul / Winzergenossenschaft Freyburg, Freyburg / Klaus Zimmerling, Dresden

Sachsen

Das Weinbaugebiet Sachsen ist mit einer Fläche von 329 Hektar die kleinste Rebfläche Deutschlands. Im Umland des Zentrums Dresden wird vor allem Müller-Thurgau gepflanzt, aber auch Riesling und Pinot blanc gedeihen in den idyllischen Weinbergen von Sachsen. Eine Rarität stellt eine Kreuzung aus Riesling und der französischen Rebsorte Courtiller musque dar, die Goldriesling genannt wird. Sie eignet sich besonders gut für Gebiete, die in der Gefahr liegen, von Spätfrösten befallen zu werden.

Einen sehr kleinen Anteil der Weinbauflächen bepflanzen die örtlichen Winzer mit Rotweinreben. Diese sind mit einem Anteil von etwa 3% so gut wie gar nicht im Weinbaugebiet Sachsen vertreten. Allerdings experimentieren einige mutige Winzer mit verschiedenen roten und blauen Trauben, wie St. Laurent, die sie aus Tschechien importiert haben.

Die Böden der ausgesuchten Südlagen, auf denen Weinbau in Sachsen betrieben wird, bestehen hauptsächlich aus verwittertem Granit oder Gneis. Besonders günstige Voraussetzungen findet man im Elbtal zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz, denn in diesem Mirkoklima hält der Frühling relativ früh seinen Einzug und die Temperaturen sind durchschnittlich höher als in den umliegenden, höheren Gebieten. Wenn eine ausgewogene Mischung zwischen Sonne und Feuchtigkeit in diesen Regionen herrschen konnte, dann können die sächsischen Winzer angenehm leichte, sehr erfrischende, elegante Weißweine präsentieren.

Saale-Unstrut

Auch im etwas westlicheren Weinbaugebiet Saale-Unstrut sind die insgesamt 506 Hektar überwiegend mit Weißweinreben bestockt. Neben dem klassischen Pinot blanc findet man dort auch die frühreifen Sorten Müller-Thurgau, Silvaner und Traminer. Die Orte Freyburg, Bad Kösen und Naumburg sind gemeinsam mit Eisleben die größten Weinorte westlich von Leipzig. Die Böden, auf denen die Reben wurzeln, bestehen hauptsächlich aus Muschelkalk. Die Winzer haben es nicht leicht im Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Lange, grimmig kalte Winter voller Fröste werden gefolgt von heißen, trockenen Sommern. Das erschwert den Reben das Blühen und später das Ausreifen. Im Weinbaugebiet Saale-Unstrut fällt so wenig Regen, wie nirgends sonst in Deutschland. Dagegen ist die Anzahl der Sonnenstunden um einiges höher, als in den anderen Weinbaugebieten, die weiter südlich liegen.