Syrah – aromatisch wie ein Burgunder und tanninreich wie ein Bordeaux

Die Syrah ist eine eher Unbekanntere unter den Qualitätsreben. Im Unterschied zum weltweit berühmten Cabernet Sauvignon ist sie bis heute nicht sonderlich weit verbreitet. Allerdings war Syrah bis vor 40 Jahren eigentlich nur im Rhone-Tal zu finden. Sie führte dort ein geradezu heimliches, verstecktes Dasein am wasserreichsten Strom Frankreichs. Das hat sich inzwischen schon verändert und die Rebe ist auch in anderen Regionen auf dem Vormarsch

Eigentlich müsste man vermuten, dass die Syrah in allen mediterranen Gebieten viel angebaut wird, da sie Sonne liebt und auch auf nährstoffarmen Böden problemlos gedeiht. Aber komischerweise findet man diese Rebe nur in Australien und in Südfrankreich in nennenswertem Umfang. Allerdings ändert sich die Einstellung der Winzer zu Syrah mehr und mehr, denn langsam kommt bei vielen die Erkenntnis, dass die Weine dieser Rebe ganz hervorragende Kraft und Fülle entwickeln können. Die Syrahrebe muss oft und gründlich zurückgeschnitten werden, da sie sehr wuchskräftig ist. Die Trauben verlieren an Konzentration, Aroma, Säure und Charakter, wenn die Erträge zu hoch ausfallen. Die Reben sind sehr beständig gegen Pflanzenkrankheiten und an der leicht bemehlten Unterseite des Laubs eindeutig zu erkennen. Die dicken Schalen der Trauben liefern eine kräftige Farbe und viel Tannin. Deshalb sind Weine aus Syrah hervorragend für den Faßausbau geeignet. Weinkenner sagen über einen klassischen, großen Syrah, dass dieser genauso aromatisch wie ein Burgunder ist und so viel Farbe, Extrakt und Tannin wie ein guter Bordeaux besitzt.

Der Beweis, dass die Syrah-Rebe nicht nur als „Verbesserungsrebe“ große Qualitäten hat, sondern auch sehr vielseitig einsetzbar ist, haben australische Winzer erbracht. Dort wird der Saft aus den Trauben auch zu Schaumweinen und fast schon port-ähnlichen Süßweinen verarbeitet.

Rhonetal Syrah

Weinberge auf den Hügeln von der Cote du Rhone in Frankreich

Die Heimat der Syrah im Rhone-Tal:

Schon seit Menschengedenken wird die Syrah im nördlichen Teil des französischen Rhone-Tals zwischen Valence und Vienne kultiviert. Man vermutet, dass schon die Phokäer dort den Weinbau einführten. Diese stammten ursprüngliche aus Phokaia, dem heutigen, türkischen Foca. Dieser am Golf von Smyrna gelegene Ort wurde im 10. Jahrhundert vor Christus von den Griechen erobert. Daraufhin entwickelte sich diese Stadt zu einer riesigen Handelsmacht,  die zwölf Kolonien im westlichen Teil des Mittelmeers gründete. Die bedeutendste dieser Kolonien war Massilia, welches heute Marseille heißt und ungefähr um 600 vor Christus entstand. Die Griechen zogen von dort aus dann das Rhone-Tal hinauf und handelten unter anderem mit Wein. Dort, wo sich die Phokäer niederließen, kultivierten sie den Weinbau. So brachten sie auch den Bau der Syrah-Rebe im Rhone-Tal zur Blüte und wandten ihre eigenen Rebschnittmethoden an. Als Phokia dann 540 vor Christus von den Persern erobert wurden, verließen viele der ursprünglichen Einwohnern die Stadt und ließen sich beispielsweise an der französischen Küste häuslich nieder. Deshalb sind auch Monaco und Nizza Städte, die von ehemaligen griechischen Kolonisten gegründet wurden.

Köstliche Speisekombinationen:

Bei Syrah hat es keinen wirklichen Sinn, Speisevorschriften geben zu wollen, denn die Einsatzmöglichkeiten sind unglaublich vielzählig. Francis Ford Coppola sagte einmal: „Aus der Kombination von Wein und Speisen eine Wissenschaft zu machen ist ebenso, wie wenn man aus Sex eine Wissenschaft machen wollte.“ In der Tat trifft das auf die sehr vielseitig einsetzbaren Syrah-Weine zu. Aber unter anderem kann ich ihnen einen Syrah-Wein zu folgenden Gerichten empfehlen:

Fleisch: zartes, rotes Fleisch, gebacken oder gebraten, Grillfleisch, Schmorgerichte

Wild: grundsätzlich alle Wildsorten und Wildgeflügel, Schmorgerichte mit Wild

Käse: Hartkäse, Räucherkäse, Blauschimmelkäse

Die Aromen eines typischen Syrah:

Interessant bei den Weinen aus Syrah ist, dass sie nicht nur ganz unterschiedliche Stile entwickeln können, sondern dass sich der Geschmack auch mit fortlaufendem Alter verändert. So kann ein alter Syrah ganz andere Aromen entfalten, als ein jugendlicher. Die fruchtigen Anklänge der Weine können unter anderem an Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Johnaiisbeeren, Himbeeren oder Pflaumen erinnern. Zusätzlich dazu sind auch eher dunklere Töne vorhanden, zu denen hier beispielsweise Teer, Trüffel oder Schokolade zählen. Auch schwarzer Pfeffer mit einer Spur von Nelken ist typisch. In manche Syrahs findet man auch Anklänge von geräuchertem Speck oder verbranntem Gummi. Zusätzlich dazu sind auch noch florale Aspekte nach Rosen oder Veilchen vorhanden.

Trinkempfehlung:

Der beste reine Syrah-Wein, den ich empfehlen kann ist dieser:

2011er Weingut Rings Syrah Reserve QbA