
Du fragst dich, welcher Tempranillo der beste ist? Die Antwort hängt von deinen Vorlieben ab, doch zwei Weine stechen besonders hervor: Der Beloki Reserva 2018 – mit 92 Punkten ausgezeichnet – und der Demuerte Tinto Classic 2023, ein preiswerter Allrounder. In diesem Ratgeber erfährst du, was Tempranillo ausmacht, warum er so beliebt ist und welche Empfehlungen sich wirklich lohnen. Wir stellen dir beide Produkte detailliert vor und geben dir Tipps für den Kauf.
Was macht Tempranillo besonders?
Tempranillo ist Spaniens wichtigste Rotweinsorte und wird oft als „edle Rebsorte“ bezeichnet. Ihr Name leitet sich vom spanischen „temprano“ (früh) ab, weil sie früher reift als Garnacha. Die Beeren sind klein und dickhäutig, was dem Wein kräftige Tannine und eine tiefrote Farbe verleiht. Typische Aromen sind Kirsche, Brombeere, Leder, Tabak und Vanille – vor allem nach dem Ausbau in Eichenfässern. Tempranillo ist die Hauptrebe im Rioja und Ribera del Duero, aber auch in anderen Regionen wie Navarra oder Toro zu finden. Die Rebsorte ist sensibel gegenüber Klima und Boden: In kühleren Lagen entstehen elegante, säurebetonte Weine, in heißen Gegenden kräftige, alkoholstarke Tropfen. Ihre Vielseitigkeit macht sie bei Winzern und Weinfreunden gleichermaßen beliebt. Laut Wikipedia ist Tempranillo eine Kreuzung aus Albillo Mayor und Benedicto. Die besten Beispiele zeigen eine perfekte Balance zwischen Frucht, Würze und Holz.
Preis/Qualität – geht das wirklich?
Ja, absolut! Spanien produziert weltweit einige der besten Qualitätsweine zu erschwinglichen Preisen. Das liegt am idealen Terroir: kalkhaltige Böden, viel Sonne und große Höhenunterschiede, die für frische Nächte sorgen. Viele Weingüter setzen auf moderne Kellertechnik und traditionelles Handwerk, sodass auch günstige Weine wie der Demuerte Tinto Classic 2023 überzeugen. Die Anbauregion Rioja profitiert von jahrhundertealter Erfahrung und strengen Qualitätsregeln. Schon für unter 15 Euro bekommst du einen Reserva mit 18 Monaten Barrique-Reife – ein unschlagbares Angebot. Natürlich gibt es Unterschiede: Ein Gran Reserva kostet mehr, aber für den täglichen Genuss reicht ein guter Crianza oder Reserva völlig aus.
Unsere Empfehlungen im Detail
Beloki Reserva 2018
Der Beloki Reserva 2018 ist ein exzellenter Tempranillo aus der Rioja Alavesa. Die Trauben stammen von 40 Jahre alten Rebstöcken auf kalkhaltigen Böden in 600 Metern Höhe. Nach der Handlese reift der Wein 18 Monate in Barriques – zwei Drittel französische, ein Drittel amerikanische Eiche. Die Nase begeistert mit Brombeeren, Kirsche, Himbeeren, Rauchfleisch, Schwarztee, Thymian, Vanille, Lakritz, Kakao, Nelken, Leder, Sojasauce, Orangenzesten und Veilchen. Am Gaumen ist er fleischig, druckvoll und elegant zugleich, mit feinwürziger Frucht, saftigem Samt, vielschichtigem Holz und einem sehr langen Nachhall. James Suckling vergab 92 Punkte, wir bewerten ihn mit 94/100. Dieser Wein zeigt, wie komplex und edel Tempranillo sein kann – eine ideale Antwort auf die Frage nach dem besten Tempranillo. Passt perfekt zu gegrilltem Lamm, Rindersteak oder gereiftem Manchego.
Winery On Demuerte Tinto Classic 2023
Der Demuerte Tinto Classic 2023 stammt aus der Region Yecla und besteht zu 50 % aus Monastrell und 50 % aus Syrah – ein Cuvée, das aber ebenfalls Tempranillo-Charakter zeigt. Die alten Rebstöcke wachsen auf kalkhaltigen Böden der Hochebene, was dem Wein eine besondere Mineralität verleiht. Die Nase duftet nach Brombeeren, Amarenakirsche, Pflaumen, Rauchfleisch, Leder, Pfeffer, Lebkuchen, Marzipan, Eukalyptus und Veilchen. Am Gaumen ist er fleischig, elegant, vielschichtig, mit würziger Frucht, feinem Saft, samtigen Tanninen und einem fast endlosen Abgang. Unsere Bewertung: 91/100. Dieser Wein beweist, dass auch ein günstiger Rotwein hohe Qualität bieten kann – eine tolle Alternative für den täglichen Genuss. Er passt hervorragend zu Paella, gegrilltem Gemüse oder würzigen Tapas.
Worauf solltest du beim Kauf achten?
Beim Kauf eines Tempranillo sind Jahrgang, Alkoholgehalt und Ausbau entscheidend. Ein guter Jahrgang wie 2018 oder 2019 liefert reife Frucht und harmonische Tannine. Der Alkoholgehalt liegt meist zwischen 13,5 und 14,5 % – je höher, desto kräftiger der Wein. Achte auf die Bezeichnung: Crianza reift mindestens zwei Jahre (davon ein Jahr im Fass), Reserva drei Jahre (mindestens ein Jahr Fass), Gran Reserva fünf Jahre (mindestens zwei Jahre Fass). Für den sofortigen Genuss eignet sich ein Crianza, für besondere Anlässe ein Reserva oder Gran Reserva. Das Geschmacksprofil variiert von fruchtig-leicht bis würzig-komplex. Lies die Beschreibung – wenn dir Aromen wie Kirsche, Vanille, Leder und Tabak zusagen, liegst du richtig. Prüfe auch die Bewertungen von Weinkritikern, aber vertraue vor allem deinem eigenen Gaumen.
Häufige Fragen
Ist Tempranillo dasselbe wie Zinfandel?
Nein, Tempranillo und Zinfandel sind unterschiedliche Rebsorten. Zinfandel (auch Primitivo genannt) stammt aus Kroatien und ist in Kalifornien und Süditalien verbreitet. Tempranillo ist die spanische Nationalrebe. Beide haben kräftige Aromen, aber Zinfandel ist oft fruchtiger und süßlicher, während Tempranillo mehr Würze und Tannin mitbringt. Verwechslungen entstehen manchmal wegen ähnlicher Geschmacksprofile, aber genetisch sind sie nicht verwandt.
Wie sollte man Tempranillo servieren?
Serviere Tempranillo bei 16–18 °C – das bringt die Aromen am besten zur Geltung. Junge Weine können eine halbe Stunde vorher dekantiert werden, ältere Jahrgänge (ab Reserva) profitieren von einer Stunde im Dekanter. Verwende große Rotweingläser, die dem Wein genug Sauerstoff geben. Die optimale Trinkreife liegt bei Crianza-Weinen bei 2–4 Jahren, bei Reserva bei 4–8 Jahren und bei Gran Reserva bei 8–15 Jahren. Achte auf eine kühle, dunkle Lagerung bei konstanter Temperatur.
Passt Tempranillo auch zu leichten Gerichten?
Ja, aber wähle einen leichteren Tempranillo wie einen jungen Crianza oder einen Wein aus kühleren Lagen. Diese haben weniger Tannin und mehr Säure, sodass sie zu hellem Fleisch, Geflügel, Pasta mit Tomatensoße oder sogar zu gegrilltem Fisch harmonieren. Kräftige Reserva-Weine sind besser zu dunklem Fleisch, Wild und gereiftem Käse geeignet. Grundsätzlich gilt: Je leichter das Gericht, desto jünger und fruchtiger sollte der Wein sein.
Fazit
Der beste Tempranillo ist der Beloki Reserva 2018 – mit 92 Punkten, komplexen Aromen und 18 Monaten Barriere-Reife ist er die erste Wahl für Genießer. Für den Alltag und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis empfehlen wir den Demuerte Tinto Classic 2023. Beide Weine zeigen, warum Tempranillo zu den besten Rotweinsorten der Welt zählt. Probiere sie aus und finde deinen persönlichen Favoriten! Weitere Informationen zur Rebsorte findest du bei Wikipedia.
von
Luca Bernardini
Luca Bernardini ist gelernter Kellermeister aus der Toskana und zertifizierter Weinreisebegleiter. Er lebt seit 15 Jahren in Berlin, wo er regelmäßig Wein-Seminare zu italienischen Naturweinen gibt. Seine Leidenschaft gilt dem Zusammenspiel von Terroir und einfacher, ehrlicher Küche.